[phpBB Debug] PHP Warning: in file [ROOT]/includes/bbcode.php on line 113: preg_replace(): The /e modifier is no longer supported, use preg_replace_callback instead
[phpBB Debug] PHP Warning: in file [ROOT]/includes/functions.php on line 5133: Cannot modify header information - headers already sent by (output started at [ROOT]/includes/functions.php:3843)
[phpBB Debug] PHP Warning: in file [ROOT]/includes/functions.php on line 5133: Cannot modify header information - headers already sent by (output started at [ROOT]/includes/functions.php:3843)
[phpBB Debug] PHP Warning: in file [ROOT]/includes/functions.php on line 5133: Cannot modify header information - headers already sent by (output started at [ROOT]/includes/functions.php:3843)
Blütenendfäule - Forum Semillas La Palma

Blütenendfäule

nico
AU
Beiträge: 115
Registriert: Fr 17. Jul 2015, 10:26
Wohnort: Schöningen

Blütenendfäule

Beitragvon nico » Fr 17. Jul 2015, 12:26

Hallöchen, liebe Community,

hier mal ein Beitrag, den ich ursprünglich für eine Facebook-Gruppe geschrieben hatte, der hier aber auch ganz gut passt. Dabei geht es um Blütenendfäule, von der offenbar in diesem Jahr ziemlich viele Leute betroffen waren.

Wie äußert sich Blütenendfäule?

- Tomaten/Paprika bekommen im unteren Bereich, meist der Spitze, zunächst bräunliche Stellen die dunkler und weich werden.

- Betroffene Teile der Pflanzen sind meist lokal begrenzt, d.h. es sind einzelne Früchte oder ggf. eine "Ranke" betroffen.


Krankheit oder was genau?

Blütenendfäule ist genau genommen keine Krankheit, sondern einfach eine Mangelerscheinung. In aller Regel fehlt hier Kalzium. In einigen wenigen Fällen kann es aber auch generell eine Mangelerscheinung sein.


Woher kommt es?


Kalzium ist, in der natürlich vorkommenden Form im Boden (Calciumcarbonat) nicht so ganz leicht für Pflanzen zu transportieren. Damit dieser Transport reibungslos klappt, sind einige Voraussetzungen an die Umgebung geknüpft. Es ist somit einerseits ein Stoffwechselproblem, andererseits ein Versorgungsproblem.

- Die Nährstoffaufnahme bei Pflanzen setzt einen bestimmten PH-Bereich voraus. Leicht sauer bis neutral ist super. Ist der Boden zu basisch, stockt die Aufnahme bei Nitrat, Eisen, Magnesium, Phosphat, usw. Ist der Boden zu sauer, wird der verfügbare Kalk gebunden und ist für die Pflanze nicht verfügbar.

- Starke Schwankungen der Nährstoffversorgung durch Trockenheit - wenn in der Wachstumsphase der Früchte große Lücken in der Flüssigkeitsversorgung auftreten, stockt zu allererst die Kalziumaufnahme. Calciumcarbonat ist in neutralem Wasser nicht sonderlich gut löslich.

- Hohe Salzkonzentration im Substrat. Kann sowohl durch starke Mineraldünger-gaben als auch durch zu viel Kompostbeigabe kommen. Salze können das Kalzium ggf. binden.


Begünstigende Umstände:

- Topfkulturen mit zu kleinen Töpfen. Tomaten im speziellen neigen dazu ein riesiges Wurzelgewirr zu bilden. In kleinen Töppen bilden sich Ringwurzeln, die immer weiter im Kreis wachsen. Da Wurzeln nur an der Spitze Nährstoffe aufnehmen, schotten sich die Wurzeln durch die Ringwurzelbildung im schlimmsten Fall von den Nährstoffen selbst ab.

- Stark durchlässiges Substrat mit niedrigem PH-Wert. Wird hier mit saurem (PH Wert 5,5 bis 5,9 dürfte unser Regenwasser so haben) Regenwasser gegossen, verstärkt das den Sauereffekt: Calzium wird ausgewaschen und/oder als Salz gebunden und ist für die Pflanze nicht mehr verfügbar - der Boden wird übersäuert.

- Starke Düngergaben. Segen und Fluch zugleich helfen Nährsalze zwar, dass unsere Lieblinge mit anderen wichtigen Nährstoffen versorgt werden, blockieren aber mitunter die Kalziumaufnahme, da durch die Lösung der Nährstoffe aus ihren Ursprungssalzen, das Calcium an selbiges gebunden wird.


Gegenmaßnahmen:

- Große Töpfe, Airpots, Freilandkultur - alles was den Wurzeln entsprechendes Wachstum ermöglicht.

- Betroffene Früchte abernten, damit diese nicht zusätzlich Kalzium verbrauchen, wenn sie eh schon kaputt sind.

- Regelmäßig, vor allem aber gleichmäßig gießen

- PH-Wert des Bodens auf ein leicht saures Niveau bringen


Das Thema "Nachkalken":


- Einerseits kann man natürlich mit Calciumoxid oder Calciumhydroxid (gebrannter Kalk bzw. gelöschter Kalk) arbeiten. Hier ist allerdings Dosierungsmäßig vorsicht angesagt, da beides mitunter recht aggressiv mit den organischen (wasserführenden) Stoffen reagiert.

- Andererseits kann man Kalksteine (zb vom Feld) sammeln zerbröseln und über die Erde streuen, wenn sie ohnehin schon stark übersäuert ist. Ansonsten muss man das Calciumcarbonat irgendwie lösen - ich hab gelesen, dass das mit Mineralwasser gehen soll, wo man auf 0,5 Liter stark Kohlensäurehaltiges Mineralwasser 2 Esslöffel Pulverisierten Kalkstein gibt, ob das funktioniert, weiß ich nicht.

- Kalkdünger verwenden (es gibt Kalziumhaltige Dünger zu kaufen)

- Direktgabe von Calciumnitrat (Kalksalpeter) - dürfte es in der Apotheke geben (die können dort vermutlich auch eine ungefährliche Dosierung abschätzen...). Als "Faustregel" im Landwirtschaftsbau gilt (so hab ich das verstanden, keine Gewähr auf Richtigkeit!), 100kg Kalksalpeter pro Hektar. Entspräche also 10g pro m², insofern würden wohl 1 bis max 2g für nen 10 bis 20L Pott vollkommen hinreichen. Hier schlägt man außerdem gleich drei Fliegen mit einer Klappe, denn man hat zwei Stoffe, die komplett wasserlöslich sind und damit direkt für die Pflanze verfügbar.

- Calcium Brausetabletten. Die Dinger enthalten Zitronensäure und Calciumcarbonat (und Zucker und anderes Zeugs, das ich gar nicht wissen will). Das KANN funktionieren, ich persönlich glaub es nicht (eine Tablette enthält zwischen 200mg und 600mg Calciumcarbonat). Wenn ich mir dann vor Augen führe, dass bei Discounter-Tabletten ca. 400mg enthalten sind, die zudem ja in Carbonisierter Form vorliegen, die für den Menschen zwar wunderbar, für Pflanzen aber eher zweite Wahl sind, dazu noch Säure (wir erinnern uns an den PH Wert) enthalten, wage ich zu bezweifeln, dass das eine optimale Lösung ist.

- Hornspäne+Knochenmehl als Komplett-Düngerersatz. Wer eher so der Bio-Dünge-Typ ist und Steinen nix abgewinnen kann, der kann (wie es in den USA ziemlich beliebt, wenn auch nicht überall zugelassen, ist) mit dieser Kombo Düngen. Hornspäne liefern Stickstoff en masse, Knochenmehl ist praktisch Calcium-Phosphat. Muss man nurnoch irgendwo Kalium auftreiben. ;-) Das ganze funktioniert natürlich nur bedingt in Topfkulturen (wie die meisten Bio-Dünger), weil einfach die Bodenlebewesen nicht so zahlreich vorhanden sind.- Mit "hartem" Leitungswasser gießen. Wer weiches Wasser hat, ist hier natürlich gekniffen, wer in der Schwäbischen Alb lebt, freut sich sicher über diesen Punkt.


Vorbeugung:

- Große Pötte.- Idealerweise weitestgehend Torffreies Substrat oder eines mit höherem PH-Wert oder künstlich etwas "aufkalken".

- Regel- und Gleichmäßig gießen, vor allem während der Hitzeperioden.


Wichtig:

- NICHT "Übergießen", sonst gibt's Staunässe und Co.

- NICHT "Überkalken", sonst is aller Dünger für die Katz.

Wenn Euch das Thema interessiert, bitte ich Euch, selbst meine Ratschläge nachzurecherchieren, ggf. zu ergänzen oder zu verbessern. Ich hoffe, dass auf diese Weise ein "Tipp" entsteht, auf den man bei diesem Problem immer verweisen kann.

thoe
Beiträge: 18
Registriert: Mi 16. Nov 2016, 20:59

Re: Blütenendfäule

Beitragvon thoe » Mi 23. Nov 2016, 17:30

Hallo,

auch wenn der Beitrag schon eine Weile her ist, vielen Dank für die umfangreichen Ausführungen!

Ich hatte das Problem schon einmal mit der Sorte Anaheim (vglw. große Schoten) und suche gerade eine Möglichkeit, da in Zukunft etwas dagegen unternehmen zu können. Substrat war/ist TKS2 mit Perlite, gegossen wird mit Regenwasser, Dünger ist ein bischen Osmocote und Hakaphos.

Calziumcarbonat in Form von Gartenkalk untermischen will ich nicht, das "versaut" ja wieder den PH-Wert vom Substrat und ob das an den Früchten ankommt, dazu hab ich schon unterschiedliches gehört.

Gießen mit Leitungswasser bringt wahrscheinlich nicht viel, wir haben sehr weiches Wasser hier (4° dH).

Calziumnitrat wird man als Privatperson nicht so simpel bekommen, wenn dann zu "Apothekenpreisen". ;)

Dünger mit Calzium hab ich kaum was gefunden, das einzige war "Gabi Obstbaumdünger" (Calziumchloridlösung ohne weitere Nährstoffe), wird beim Apfel gegen Stippe eingesetzt (gespritzt, nicht gegossen). Das hatte ich damals versucht, aber keinen Effekt festgestellt. Außerdem sollen Chilis chloridempfindlich seIn (Hörensagen, ist das so ?).

Im Moment scheint der Weg, etwas Calciumnitrat zu besorgen, mir am vielversprechendsten. Ich zitiere dazu mal aus dem Datenblatt vom Hakapos:

Bei der Verwendung von kalkarmem Wasser in Hydro- und anderen erdelosen Kulturverfahren muss auf die aus-
reichende Kalziumversorgung geachtet werden. Wasserhärten von 8–15 °dH sind optimal.
Ergänzende Düngungen mit z. B. Kalziumnitrat können die Kalziumversorgung dann sichern.


Ist zwar kein erdeloses/Hydroverfahren, zumindest aber ein Hinweis auf mein Regenwasser.

Danke für jede Meinung!


beste Grüße
thoe

thoe
Beiträge: 18
Registriert: Mi 16. Nov 2016, 20:59

Re: Blütenendfäule

Beitragvon thoe » Fr 25. Nov 2016, 14:29

Kleine Ergänzung: Calziumnitrat ist wohl doch als Calcinit(TM)in verschiedenen Düngershops zu haben.

beste Grüße
thoe

Clef
AU
Beiträge: 168
Registriert: Mo 9. Mär 2015, 21:24

Re: Blütenendfäule

Beitragvon Clef » Mo 28. Nov 2016, 22:10

Sehr interessante Ausfuehrung.

DAS Problem hatte ich bei Chilis noch nie!
Allerdings bei Tomaten im Topf. Form: langezogene.

thoe
Beiträge: 18
Registriert: Mi 16. Nov 2016, 20:59

Re: Blütenendfäule

Beitragvon thoe » Sa 3. Dez 2016, 11:17


Benutzeravatar
Peti
AU
Beiträge: 190
Registriert: Mo 9. Mär 2015, 20:43
Wohnort: Schweiz
Kontaktdaten:

Re: Blütenendfäule

Beitragvon Peti » Do 5. Jan 2017, 16:06

Die Länglichen /Flaschentomaten haben das allgemein an sich.
Da sind auch San Marzano und andere Sorten nicht ausgeschlossen.

Wenn ich es hatte , dann nur an den Flaschentomaten.



Zurück zu „Krankheiten nicht durch Schädlinge hervorgerufen“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron